Baubericht zur Malletlok      -      Seite 4

Mein Plan war aufgegangen: Stromversorgung des Motors ohne herumliegende Kabel, nur mit Federdraht.

Dieses Bild aus einer späteren Bauphase zeigt dem Betrachter die Spiralfedern, die beim Aufsetzen des Gehäuses auf das Fahrwerk den elektrischen Kontakt zu den am Gehäuse befestigten Reichsbahnlaternen herstellen. Auch hier: Keine Kabel im Gehäuse! 


Nun kam der Zeitpunkt, die Steuerung am Fahrwerk zu komplettieren. Da die Steuerstangen noch filigraner waren als die Treib- und Kuppelstangen entschloß ich mich, die Teile ätzen zu lassen. Weil ich aber immer noch nicht mit skalierbaren Zeichenprogrammen umgehen konnte, mußte ich einen Umweg gehen. Ich fertigte eine maßhaltige Skizze der Teile an die ich ätzen lassen wollte, und schickte sie per Mail an einen Modellbaukollegen, der diese Skizze in eine Ätzvorlage umwandelte. Er ließ die Teile auch gleich ätzen und schon 10 Tage später hielt ich meine Steuerungsteile in der  Hand. Hilfreiche Freunde braucht man als Modellbauer eben auch!

Hier als Beispiel die mit Angelsehne "zusammen-genieteten"  Schieberstangen mit Aufwurfhebel und Voreilhebel.

Die Weinert - Niete waren mir für die gelenkigen Verbindungen zu groß.

Vor der Montage der kompletten Steuerung an allen 4 Triebwerken wollte ich noch das Fahrwerk lackieren, um nicht nochmal alles auseinander bauen zu müssen. Deshalb die völlige Demontage des Fahrwerkes, das dann zunächst mit der Airbrush und Weinertfarben grundiert und nach der Trocknung  mattschwarz lackiert wurde.

Zwischenzeitlich habe ich noch den stilisierten Stehkessel mit ein paar Armaturen nachgebildet, da der vorhandene Platz im Führerhaus das zuließ. Dadurch hatten Lokführer und Heizer auch gleich etwas zu tun.

Nachdem die Laternen mit Strom versorgt waren, konnte ich mich jetzt auch der farblichen Gestaltung des Gehäuses widmen. Zuvor bestellt ich bei der Fa. Hartmann  die Beschriftung der Lok in Form von Decals.

Dann ging es ans Grundieren und Lackieren. Auf Triebwerkhöhe wurde rot abgesetzt.

Und dann kam die 99 5714 als (fast) kompletter Eigenbau nach über 3 Jahren Bauzeit (effektiv etwa 10 Monate) so daher:

Schlußbild

Auf Ausstellungen wurde die Lok den Besuchern mit folgendem Text vorgestellt:

 

Eigenbau eines Modells von der Mallet 99 5714 der GMWE im Maßstab 1:87 (H0m) unter Verwendung einiger Bausatzteile von GI

 

- Das Fahrwerk besteht entgegen der orginalen Mallet - Bauweise aus einem starren Rahmen, wurde selbst                   entwickelt und aus massiven Messing handgefertigt. Die Lok bewältigt durch Seitenspiel der Achsen Gleisradien       ab 300mm.

- Das Getriebe liegt vollständig unter dem Kessel und besteht aus einem Riementrieb vom Faulhaber-Motor mit           Schwungmasse auf eine kugelgelagerte Schneckenwelle, die alle 4 Achsen der Lok antreibt. Die Untersetzung           ist so  ausgelegt, dass die Maschine bei 12 V DC exakt 30 Kmh Modellgeschwindigkeit fährt. Die Lok fährt analog.   Der  Einbau einer Schnittstelle und eines Decoders ist möglich.

- Die Stromaufnahme erfolgt mit selbst konstruierten Pilzkontakten hinter allen acht Spurkränzen, so dass keine         Stromabnahmefedern sichtbar sind. Das Gehäuse der Lok ist trotz Ganzmetallbauweise völlig potentialfrei und         damit kurzschlußsicher. Es existieren keine sichtbar freiliegenden Kabel!

- Die Wasserkästen und der Lokkessel sind aus Vollmessing gefertigt, was das Gewicht der Mallet auf etwa 600         Gramm   bringt.

Notwendige Zukäufe z. B. für Kesselarmaturen o.a. Kleinteile erfolgten bei renommierten Kleinserienherstellern.

Freistehende Leitungen oder Handstangen sind aus Stahldraht und somit bei normaler Behandlung der Lok gegen Verbiegen o.ä. gesichert.

Die Lok ist mit angemischten Weinertfarben grundiert und lackiert. Die Beschriftung stammt von Hartmann-Orginal.