Der Schienenbus der GMWE - Seite 3


Für die folgenden Bauabschnitte habe ich das BLOG-FORMAT gewählt. Wann immer etwas passiert, ich werde es zeitnah veröffentlichen.


Die Bus - Laternen  

Oktober 2015

Aus der Vielzahl noch anzufertigender Anbauteile habe ich mich zunächst den Laternen zugewandt. Zu meinem Leidwesen gab es auf dem Modellbaumarkt kein Feingußteil, das ich für meine Buslaternen verwenden konnte. Am ähnlichsten kamen da noch die Reichsbahnlaternen, die mit einigem Aufwand hergerichtet werden konnten. Letztlich habe ich mich doch für den völligen Selbstbau entschieden. Im rechten Bild sieht man die relativ einfachen Lampenkörper mit Lampenring und einer Lampenhalterung. Also begann ich, mir zunächst einen Plan zurecht zu legen.

Als Material für den Lampenkörper nahm ich der Einfachheit halber 3mm-Messingrohr. In der Drehbank entstanden daraus 2,8mm lange Hülsen mit angedrehtem Lampenring.

Wie aus der Zeichnung ersichtlich, sind für Innen Reflektoren vorgesehen, die aber extra gedreht werden mußten. Die Rück-seite der Lampen wird später mit 2K-Kleber dargestellt. Als Lampenhalterung habe ich 0,5mm-Messingdraht vorgesehen.


Wie für viele andere Drehteile habe ich auch hier einen Drehmeißel extra geschliffen, um wiederholbare Ergebnisse zu erzielen. "Abgestochen" wurden die Lampenkörper nicht mit einem Stichmeißel, sondern mit einem feinem Metallsägeblatt. Anschließend  wurden die Drehteile unter der Ständerbohrmaschine mit einer Schleifscheibe auf gleiche Höhe plangeschliffen. 

Im linken Bild der Vergleich mit Triebwagenlaternen von Weinert. Meine Laternen fallen dabei sogar etwas zierlicher aus.

Für das Bohren der Löcher für die Lampenhalterungen habe ich mir eine kleine Vorrichtung gebaut, damit die Löcher immer an der gleichen Stelle sitzen. Die folgenden Bilder sollen das erklären:

Eingelötet habe ich die 0,5er Drähte als Lampenhalterungen, in dem ich die Lampenkörper auf einen gedrehten Dorn aus Pertinax gesteckt habe. Dadurch hatte ich mit dem Wärmehaushalt beim Löten keine Probleme.

Die Drähte paßten stramm in die Löcher, sodaß ich sie nur noch ausrichten brauchte.

Beim anschließenden Versäu-bern mußte ich auch die etwas hervorstehenden Drähte im Innenraum wegfeilen, um die Reflektoren einkleben zu können. Fertig war der Rohbau.


Die Fertigung der Reflektoren geschah auf ähnliche Weise wie das Drehen der Lampenkörper. Ein 3mm-Rundprofil wurde ins Futter eingespannt, außen auf 2,8mm abgedreht und von vorn mit einem 1mm-Borer vorgebohrt. Diese Vorbohrung habe ich dann mit einem 4mm-Bohrer bis zum Außendurchmesser angesenkt.

Abschließend wurden die Reflektoren mit einem Metallsägeblatt abgesägt und unter der Ständerbohrmaschine plangeschliffen.

Die restlichen Arbeiten sind schnell erzählt:

Die Reflektoren wurden mit weißem und rotem Lack gestrichen, die 0603er SMD`s jeweils in Warmweiß und Rot eingeklebt und das ganze mit klarem 2K-Kleber ausgegossen. So erscheinen die Rückleuchten auch bei ausgeschaltetem Zustand (tagsüber) in Rot. Außen bekamen die Lampen einen schwarzen Anstrich.

Nun sind sie für den späteren Anbau an den Bus vorbereitet. Der Bus besaß im Orginal deshalb eine ständige rote Rückleuchte, weil er als Einrichtungsfahrzeug nie rückwärts unterwegs war, also am Streckenende immer gedreht werden mußte. Dadurch entfielen Steckscheiben wie bei den Reichsbahnlaternen.

Die fürs Shooting ausgewählte Laterne bedankt sich bei allen Lesern für das Interesse an meinem Schienenbus.

09. Februar 2016

Nach mehrwöchiger Pause und einem Besuch des "Schkeuditzer Winterfestes" , bei dem ich ganz viel Zuspruch zum Weiterbau des Schienenbusses erhielt, starte ich nun, fast ein Vierteljahr später, eine Art Neubeginn. Es liegt eigentlich

alles bereit, um sofort loszulegen:

Zunächst befreite ich das Gehäuse des Busses von der im Herbst vergangenen Jahres aufgebrachten Grundierung. Sie hat mir gezeigt, an welchen Stellen ich noch spachteln muß, um vorhandene Spalten und entstandene Bearbeitungsschäden zu beseitigen.

Auf der To-do-Liste stehen weiter:

- die Elektrik für die Beleuchtung

- das Dachgepäckgatter

- die Aufstiegsleiter und die Tritt-

  bretter für die Eingangstüren,

- Bestellung der Beschriftung

Zunächst widmete ich mich dem Dachgatter des Busses, das wegen einem fehlenden Gepäckabteil das größere Gepäck der Fahrgäste aufnehmen sollte. Auf dem Ätzblech des Bausatzes von GI waren Teile des Dachgatters mit enthalten. Nach näherer Betrachtung habe ich aber den Bau dieses Dachgatters verworfen. Zwar hat GI dafür nur 0,1mm dickes Messingblech genommen, trotzdem ging der maschendrahtähnliche Charakter der Seitenwände des Dachgatters durch das Ätzen völlig verloren. Auf den folgenden Makroaufnahmen ist das deutlich zu sehen:

Auch die Form dieses Dachgatters entspricht nicht dem Vorbild. Dort ist der Boden des Gatters  im gleichen Radius gewölbt wie das Dach des Busses. Deshalb hätte ich bei Verwendung dieses Gatters mit glattem Boden erst einen Unterbau konstruieren müssen, um das Gatter auf dem Dach zu befestigen.

 

Dadurch, daß das Dachgatter an so exponierter Stelle auf dem Dach des Busses montiert ist, bestimmt es ganz wesentlich das modellmäßige Aussehen des Busses.

Hinzu kommt, daß ich Drahtgitter oder Maschendrahtzaun aus Messing noch nicht verarbeitet habe und erst Erfahrungen damit sammeln muß.

Deshalb bestellte ich mir einige Materialproben in den einschlägigen Shops im Netz,  auch, um Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

Die Drahtstärke sollte 0,1mm haben und die Maschenweite etwa 0,4mm.

Das Problem:

Je feiner das Material, desto weniger Angebote gab es.

Zunächst probierte ich es mit

 Drahtgitter von Fohrmann:

Die Drahtgitter haben zwar eine ordentliche Qualität, jedoch konnte mich die Materialstärke von 0,2mm und Maschenweite nicht überzeugen.

Nun, ich habe weitere Proben bestellt und will erst mal abwarten.

Inzwischen will ich den Rahmen des Dachgepäckträgers

neu konstruieren. Da ich (noch) nicht in der Lage bin, ein skalierfähiges Zeichenprogramm zu beherrschen, hat sich Uwe Kalina, ( Reichsbahntriebwagen.de) bereit 

erklärt, meine Skizze auf seiner Platine mit dem VS 145 502 gemeinsam unterzubringen und mit ätzen zu lassen.

So sollen die Rahmen aussehen:


Auf das Ergebnis als geätzte Teile bin ich mal gespannt.

Auf jeden Fall ist diese Bauweise näher an dem Vorbild als das oben gezeigte Dachgatter von GI.

 

Und kürzlich brachte der Postbote meinen bestellten Maschendrahtzaun von Real-Modell. Endlich habe ich das, was ich seit Monaten gesucht habe:

Ein ganz feines Gitter, Materialstärke 0,05mm. Nun steht dem Dachgatterbau nichts mehr im Wege:

Das ist überhaupt kein Vergleich zu dem von GI geäzten Dachgatter. Mit diesem Maschendrahtzaun nähere ich mich doch dem Orginal stark an.

Etwas kompliziert wird die Verarbeitung dieses feinen Gitters. Das geht schon damit los, das sich durch jeden Bearbeitungsschritt bei unvorsichtiger Arbeitsweise das Gitter total verziehen kann.


20.02.16

 

Nochmal:  Herstellung der Buslaternen

 

Meine bisherigen Versuche,  annähernd orginale , einwandfrei leuchtende Buslaternen zu bauen, sind alle wenig erfolgreich verlaufen.  Die größten Schwierigkeiten bereitete mir die Isolierung der Messinggehäuse der selbst hergestellten Laternen. Waren die Laternen fertig, bekam irgend ein Kabel mit dem Gehäuse Kontakt und ich konnte die Laterne in die Tonne schmeißen. Auch das ausgestrahlte Licht gefiel mir nicht wirklich. Es gab die orginalen Glühbirnen der Buslaternen nur ungenügend wieder.

Also habe ich die Wartezeit auf das Dachgattermaterial genutzt, mich nochmals den Laternen zu widmen.

Begonnen habe ich mit der Herstellung der Lampenkörper auf der Drehbank. Anders als vorher lötete ich den Lampenhalter (0.5mm Messigdraht) nicht in ein vorgebohrtes Loch in den Lampenkörper, sondern quetschte ihn im Schraubstock an einem Ende auf 0,3mm und lötete ihn an die hintere Öffnung des Lampenkörpers.

Um mir die Arbeit etwas zu erleichtern, beizte ich die Lampen mit Messingbraun bis sie schwarz waren.

Unmittelbar hinter dem Lampenhalter bohrte ich dann ein 0,5mm-Loch für die Durchführung der Kupferlackdrähte der 0402er SMD. Sie verwendete ich statt der 0603er SMD bei den früheren Versuchen.

Um jede Möglichkeit eines Kurzschlusses zu vermeiden, strich ich dieses Loch und das Innere des Lampengehäuses mit Sekundenkleber ein und ließ alles trocknen.

Mit weißer Emaillefarbe und rotem Lack habe ich danach die Gehäuse innen ausgemalt. Dazu verwendete ich einen Zahnstocher, keinen Pinsel. Sobalt die Farbe getrocknet war, wurde die Front mit einem in Aceton getränkten Wattestäbchen von Farbresten gereinigt.

Danach konnten die SMD eingebaut werden. Für die Laternen, die rotes Licht abgeben sollten, habe ich die rote SMD extra nochmal in rote Lackfarbe getaucht, um sie im Inneren des Gehäuses vor dem roten Hintergrund unsichtbar zu machen. Die warmweißen SMD kamen pur ins Gehäuse. 

Das mittige Ausrichten der SMD mit der Lichtaustrittsfläche nach vorn hat einige Mühe und Zeit gekostet. Als das alles stimmte, wurden die Laternen mit Resin-Kristallharz ausgegossen.

Nebenstehend noch ein Bild vom Ausgießen der "alten" Laternen, nur um mal zu zeigen, wie es geht. Sie sind , soweit noch brauchbar, in der Bastelkiste verschwunden.

Das Resin-Kristallgemisch (Harz - Härter) habe ich mit einem Zahnstocher aufgenommen und in die Lampengehäuse tropfen lassen.

Dabei muß man auf die Menge achten und darauf, daß sich in der Lampe keine Luftbläschen bilden.

Bei den unten gezeigten, neuen Lampen bin ich genauso verfahren.

Funktionsproben folgten sofort nach Aushärtung:

Auf diese Weise entstanden 10 Lampen, von denen ich 4 für den Bus brauche. Der Rest ist Reserve oder kann für ein anderes Projekt verwendet werden.

Die rote Lampe scheint jetzt auch im ausgeschalteten Zustand rot, so daß ich das Harz nicht extra an der Oberfläche rot streichen muß. Auch das weiße Licht  entspricht jetzt mehr dem Glühlampenlicht der Orginallampen.

Damit kann ich hoffentlich das Kapitel Busbeleuchtung abschließen.

Die Montage am Bus erfolgt als letzte Maßnahme vor der Lackierung des Gehäuses.