Der Schienenbus der GMWE - Seite 4

27.02.16

 

Bei der Suche nach irgendwelchen Feingußteilen fielen mir plötzlich die Dachschlußscheibenhalter in die Finger und mit ihnen kam die Idee, daraus für den Bus Türklinken zu bauen. Die angeätzten Klinken gefielen mir überhaupt nicht. Ich wollte sie etwas plastischer.

Die Idee war schnell umgesetzt. Das konische Vierkant, in das normalerweise die Schlußscheiben eingesteckt werden, habe ich abgeschnitten, in die Türen 0,5mm Löcher gebohrt und die entstandenen Türklinken mit Sekundenkleber eingesetzt.

Danach ging ich an den Bau der Trittstufen für die 4 Türen. Dafür nutzte ich die geätzten Bausatzteile von GI. Sie wurden zusammengelötet, an das Gehäuse angepaßt und mit ihm verlötet.

Viel zu spät merkte ich, daß dies Stufen für den Bus viel zu groß waren. 

Sie standen zu weit nach außen, also außerhalb des Lichtraumprofils und ragten auch zu weit nach unten.

Damit kamen sie mit den Bahnsteigkanten in Berührung. Außerdem sah man im Vergleich zu den anderen Schmalspurfahrzeugen, daß da was nicht stimmte. Beim Nachmessen habe ich festgestellt, daß eine von den jeweils 2 Trittstufen in der Höhe ausreichen würde, ohne daß das modellmäßige Aussehen des Busses darunter leidet.

So kam der Drehmel zum Einsatz.

Nun entspricht das Fahrzeug den Maßen für Schmalspurfahrzeuge.

(Bild unten!)

So langsam mußte ich mich der Elektrik zuwenden.

Zwar fuhr der Bus, aber der Anschluß der Laternen und die Laternen selbst fehlten bislang.

Eins meiner Prinzipien beim Triebfahrzeugbau heißt: Keine herumhängenden Kabel! Für Wartungsarbeiten etc. gibt es später nichts Hinderlicheres als diese Kabel, die nach dem Abnehmen des Gehäuses das Fahrgestell mit dem Gehäuse verbinden. Ich löse diese Probleme schon seit langem durch Federkontakte, die beim Aufsetzen des Gehäuses den elektrischen Kontakt herstellen. Diese Kontakte fertige ich aus Bronzefederblech- oder Draht an und hatte damit noch nie Kontaktschwierigkeiten.

Unter das Busdach kam also eine kupferbeschichtete Pertinaxplatte (Ich weiß, heute ist das kein Pertinax mehr) und darauf die notwendigen Vorwiderstände, Kondensatoren und die Kontaktfeder:

Die einzige Schwierigkeit besteht darin, die Kontaktfeder genau über den elektrischen Anschlüssen des Fahrgestells zu platzieren. 

Anschließend habe ich begonnen, meine selbst gebastelten Buslaternen an das Gestell zu bauen, das der Bus  vor sich herträgt. Hier wurde es richtig schwierig, weil dieses Gestell, das aus Winkelprofilen besteht und beim Orginal dafür sorgen sollte, daß die Vorderachse nicht entgleist, kaum Möglichkeiten für den Anbau der Lampen bietet.

Irgendwann ist es mir dann gelungen, die Laternen sogar vorbildgerecht auf diesem Gestell unterzubringen.

Links im gerade angebauten Zustand und rechts leuchten die Laternen bereits. Kompliziert war die Unterbringung der Kupferlackdrähte in der sehr kleinen Motorhaube, die mit Schnecke und Schneckenrad fast vollständig ausgefüllt ist.

Hinzu kommt die ständige Gefahr durch das Metallgehäuse, daß es irgendwo einen Kurzschluß gibt. Man muß also mit den lackierten Drähten sehr, sehr vorsichtig umgehen.

Da ich den Innenraum der Laternen weiß gestrichen und die SMD stehend platziert habe, entsteht der Eindruck von Glühbirnen in der Lampe. Unterstützt habe ich das durch entsprechend dimensionierte Vorwiderstände von 4,5 K-ohm.

Vergrößert man das rechte Bild, kann man den "stimmigen" Eindruck nachvollziehen.

 

 

Zum Einsatz kamen warmweiße 0402er SMD mit bereits angelöteten Drähten. Im Handling ist das für mich  das gerade noch Machbare.

Vor dem Einbau in die Lampengehäuse müssen erst die Lötkontakte der SMD vollständig isoliert werden.

Zu diesem Zweck habe ich die SMD vor dem Einbau in angemischten 2K-Kleber getaucht und aushärten lassen.

Alles andere zum Bau der Laternen habe ich ja bereits in diesem Baubericht ab Seite 3  geschildert.

Nun sind die Vorderscheinwerfer des Busses weitgehend unfallfrei montiert.

28.02.16

Der SUPERGAU

Das Fahrgestell war fertig und sollte grundiert werden. Dazu verwendete ich eine Metallgrundierung aus dem Baumarkt, mit der ich schon früher gute Erfahrungen gemacht habe. Nach der Austrocknung hatte ich vor, das Fahrgestell mattschwarz mit Weinertfarben zu lackieren. Spritzkabine, Drehteller, Airbrush - alles vorbereitet. Der Probant kam auf den Drehteller und sollte in die Kabine. Unterwegs blieb ich mit dem Arm am Schraubstock hängen und die Sache mit dem Lackieren hatte sich erledigt. Das Häufchen Fahrgestell lag auf dem Teppich.

Nach einer ersten Untersuchung war die gesamte Vorderfront des Busses abgebrochen und verbogen, der Rahmen zur Vorderachse verzogen, die elektrischen Verbindungen gekappt und das Schlimmste:

Die lange ca. 80mm lange Stahl-Antriebs- bzw. Schneckenwelle hatte ebenfalls einen Schlag wegbekommen. Daran kann man die Wucht des Aufpralls auf dem Boden erkennen.

Vom Rundlauf dieser Welle hängt aber - wen wunderts - die gesamte Fahrkultur des Busses ab.

In der Autobranche würde man in so einem Fall von Totalschaden reden und das Fahrzeug entsorgen.

Ich hingegen entschloß mich nach Stunden der Überprüfung und des Nachdenkens, den Versuch eines Neuaufbaus zu wagen. Dieser Entschluß festigte sich, nachdem ich das Fahrgestell wieder in seinen Ursprungszustand versetzt hatte. Dabei stellte ich fest, daß wenigstens die Motorwelle nichts abbekommen hatte, sonst wären das weitere 60 Euronen gewesen. Abschließend einen Eindruck vom momentanen Zustand des (ehemaligen) Fahrgestells:

Wann und wie ich die Wiederherstellung beginne, steht in den Sternen. Ich möchte auch Erkenntnisse, die ich beim Bau des Fahrgestells gemacht habe, in konstruktive Verbesserungen einfließen lassen. Bevor ich mir darüber völlig im Klaren bin, wird das Projekt und auch die Berichterstattung darüber stillgelegt.

06.03.16

 

Der zweite Anlauf 

Wenn auch das Gehäuse des Busses Schaden genommen hätte, dann wäre das Modell ziemlich sicher in der Ramschkiste verschwunden. So aber bleibt die Rekonstruktion beim Fahrgestell und nach einigen Tagen Bedenkzeit, in denen ich mich auch mit möglichen Verbesserungen an der Konstruktion des Fahrgestells beschäftigt habe, begann ich mit dem (fast) Neubau.

Als erstes mußte der Vorbau des Busses, der beim Orginal auf Grund des großen Achsstandes Entgleisungen in den engen Gleisbögen der meterspurigen GMWE verhindern sollte, neu gebaut werden.

Um ehrlich zu sein, die erste Version dieses von mir entworfenen Vorbaus hat mir nicht wirklich gefallen. (Siehe o.a. Beitrag vom 27.02.16)

Also war ich bemüht, beim zweiten Mal diesem Vorbau ein orginalgetreueres Aussehen zu verpassen. Das war bei der Größe und Filigranität gar nicht so einfach. Auch deshalb, weil der Vorbau auf der Ätzplatine des Bausatzes nicht verwendet werden konnte. Da stimmten die Maße nicht annähernd. Außerdem war dieses Ätzteil mit 0,2mm Blechstärke viel zu instabil, um an der Vorderfront des Busses montiert zu werden. Ein unbeabsichtigter Zusammenprall mit anderen Fahrzeugen hätte letale Folgen gehabt.

Also blieb wieder nur der Selbstbau. Verwendet habe ich Winkelprofil 1x1mm und 0,5x0,5mm sowie eine Reihe von selbstgefeilten Blechstreifen. Um eine glaubhafte Montage zu demonstrieren, habe ich noch zusätzlich 0,5mm - Niete angebracht.

Anders als beim ersten Mal wurden auch gleich die Laternengehäuse am Gestell angelötet. Das heißt, die SMD werden später direkt am Fahrzeug in die Gehäuse eingegossen und nicht wie bisher die Lampengehäuse fix und fertig an das Fahrzeug montiert.

Nach Tagen mit Brille, Lupe und Lötkolben habe ich nun fertig:

Und um mal einen kleinen Vergleich mit dem Vorgängervorbau anzustellen, eine kleine Gegenüberstellung:

Weiter geht es in den nächsten Tagen mit der Elektrik und dem Einbau einer neuen Antriebs(Schnecken)welle.

07.03.16

 

"Triebfahrzeugverdrahtung"

wie ich sie praktiziere.

Grundlage zur Verteilung des Stromes im VT an die jeweiligen Verbraucher ist ein 0,1mm-Bronzefederblech. Dieses Blech wird der Seitenfront des Fahrwerks angepaßt und gleichzeitig mit vier Kontakten versehen, an die die Verbraucher angeschlossen werden.

Auf dem folgenden Bild habe ich dieses Blech mal in einem 2mm-Abstand zur Fahrgestell montiert, damit man deutlicher sieht, was ich meine.

Zur Endmontage dieses Bleches wird es auf einem Gewebeklebstreifen aufgeklebt, ausgeschnitten und mit der Klebstreifenseite an die jeweilige Fahrgestellseite mit 2K-Kleber geklebt. So ist das Blech ausreichend isoliert und übersteht auch die anstehenden Lötungen.

 

Sinn und Zweck dieses Bleches ist eine kabellose Verdrahtung im Inneren des Busses. Für die Stromversorgung der Lampen am Gehäuse wird eine Kontaktfeder installiert, so daß auch bei der Trennung Fahrgestell-Gehäuse keine störenden Kabel vorhanden sind. 

Aber nun zur Veranschaulichung das Bild:

Auch an der Hinterachse habe ich die Stromabnahme verändert, so daß im Innenraum des Busses nicht mehr so viel Technik sichtbar ist.

Nun mußte noch die Schneckenwelle ausgetauscht werden, die beim Unfall einen leichten Schlag abbekommen hattte. Das ging relativ problemlos, da nur das Riemenrad ab- und auf der neuen Welle wieder angelötet werden mußte. Die 4 Kugellager saßen noch stramm in ihren Lagergehäusen. Deshalb konnte ich die neue Achse einfach durchschieben.

Das neue Fahrgestell, vorbereitet für den Zusammenbau:

In der Reihenfolge von links:

- Stromabnahmefeder Vorderachse,

- Lötfahne zum Anlöten der Vorwiderstände,

- Kontaktfedern zum Motor

- Kontakte an der Motorhalterung für die Kontaktfeder unter dem Gehäusedach für 3. Spitzenlicht und Rückleuchte, wird beim Aufsetzen des Gehäuses wirksam,

- Stromabnahmefeder für die Hinterachse,

 

Damit sind alle elektrisch notwendigen Verbindungen zum Laufen des Motors und für die Beleuchtung ohne ein einziges Kabel installiert.

 

Das neue Fahrgestell unterwegs:

Probefahrt

14. 04. 16

Nach erfolgreichem Probelauf habe ich die vorderen Laternen elektrifiziert. Die dazu notwendigen Vorwiderstände kamen zwischen die Rahmenwangen zur Vorderachse und die Laternen selbst wurden mit 0402er LED/SMD bestückt.

Das heißt, sie wurden, nach dem das Lampeninnere weiß gestrichen/lackiert war,  mit 2K-Kleber eingegossen.

Ein fast unüberwindbares Hindernis stellte das Führen der Kupferlackdrähte vorbei am Vorderradantrieb zu den Vorwiderständen dar. Durch die verwinkelte Verlegung ging der Isolierlack ständig ab und die Folge war Kurzschluß.

Sage und schreibe 4 Versuche waren notwendig, bis das Fahrgestell mit leuchtenden Vorderscheinwerfern auf dem Gleis stand.

Paar Bilder aus dieser Phase zum Draufklicken:

 

Das Beweisvideo:  Wir, die 0402er LED/SMD, leuchten!

 

Komplettierung des Gehäuses

Zunächst wurde das Gehäuse nochmals grundiert, um alle Stellen aufzuspüren, die nachbehandelt werden müssen. Sie wurden gekennzeichnet, um sie später zu spachteln, zu schleifen oder aufzufüllen.

Zwischenzeitlich habe ich die Kontaktfedern für die Beleuchtung einschließlich der Vorwiderstände unter das Dach nochmal neu montieren müssen, da sich ja am Fahrgestell bauliche Veränderungen ergaben. Jetzt besteht wieder eine elektrische Verbindung zwischen Gehäuse und Fahrgestell.

Dann widmete ich mich der Gehäuseoberfläche. Es gab Stellen, die mußten bis zu 5 mal gespachtelt und geschliffen werden.

Zum Schluß nahm ich dafür feines Naßschleifpapier, um keine Riefen zu hinterlassen. Bekanntlich macht der Lack  jede Unebenheit nochmal viel deutlicher sichtbar.

Dann entschoß ich mich zu einer ersten Probelackierung. Der Grund dafür war, mich dem Farbton zu nähern, in dem der Bus seine Endlackierung erhalten soll.

Dazu muß ich zunächst sagen, daß ich mich entschlossen habe, den Bus in den Farben darzustellen, in denen er 1929 an die GMWE ausgeliefert wurde. Er ist zwar im Zusammenhang mit der Übernahme durch die DR und der Umsetzung zur FKB nochmal in Reichsbahn-Rot und Beige lackiert worden, diese Zeit möchte ich aber mit dem Bus nicht darstellen. Mein Modellbahnzeitraum bewegt sich vom Ende des 2. WK bis etwa 1949.

Um aber die Orginallackierung, die nirgends festgehalten ist, so authentisch wie möglich wieder zu geben, habe ich bereits in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Orten an der ehemaligen Strecke der GMWE Recherchen durchgeführt und tatsächlich Zeitzeugen gefunden, die mir für den Bus eine - wie sie sich ausdrückten - hellgrüne Farbe bestätigten.

Das deckte sich mit einem Artikel im Eisenbahn-Journal  10/92, wo der Bus ebenfalls als zunächst hellgrün dargestellt wurde.

Da auf den mir zur Verfügung stehenden s/w-Fotos die Karosserie eindeutig zweifarbig lackiert war, nehme ich also jetzt für den Fensterbereich ein Hellelfenbein - RAL 1015 - und für unten eine Melange zwischen gelbgrün - RAL 6018 -

und  weißgrün - RAL 6019 -.

Das Dach wird Betongrau, das Fahrgestell und alle Anbauteile schwarz.

 

Mit dieser ersten Probelackierung wollte ich mir also lediglich einen ersten Eindruck über die Farbgebung verschaffen und den Grundstein für den Farbmix anlegen, der für die Endlackierung verwendet wird.

Sie machte aber auch allzu deutlich, daß ich mit Schleifen und Spachteln immer noch nicht fertig bin.

 

In den Trockenzeiten  nahm ich mir die Anbauteile vor, die noch an der Karosse angebracht werden müssen.

Da die Laternen schon fertig sind und auf ihre Montage warten, kam zunächst das Dachgatter an die Reihe. Wie ich auf Seite 3

bereits schrieb, habe ich mit Hilfe befreundeter Modellbaukollegen das Dachgatter neu kontruiert und ätzen lassen.

Jetzt fügte ich die Ätzteile mit dem Drahtgitternetz zusammen:

Das Drahtgitter besitzt eine Materialstärke von 5 Hundertstel Millimetern. Da muß man schon beim Anfassen und Beschneiden aufpassen, daß sich nichts verzieht.

Der Rahmen und das Drahtgitter wurden in Sandwichbauweise zusammengelötet, also Rahmen-Gitter-Rahmen. Das Lot durfte nur in homöopatischen Dosen an die Lötkolbenspitze, sonst wäre das Drahtgitter zugelaufen. Nichts für Grobmotoriker!

Nach dem rechtwinkligen Zusammenbau mußte ich 0,6 mm-Löcher für die angeätzten "Füßchen" in das Dach bohren. Da waren ebenfalls Augenmaß und pro Bohrung gefühlte 1000 Kontrollmessungen notwendig, um das Dachgatter in axialer Richtung mittig auf dem Dach zu platzieren.

16.04.16

 

Wärend das Podest vor der Leiter keine Schwierigkeiten  machte, war die Leiter selbst wieder mal ein Problem. Fakt war, daß die im Bausatz vorhandenen Ätzteile als Leiter nicht taugten. Zu labil, zu grob, zu sehr hinterätzt - also völlig untauglich. Zum Glück fiel mir ein, noch über Bausätze von Jochen Leisner (www.awlingen.de) zu verfügen. Mit seinem Leiterbausatz, aus dem man mit ein wenig Geschick fast jede gängige Leiter in der Baugröße H0 bauen kann, habe ich dann eine passende Leiter für die Busrückwand gebaut. Da dieser Bausatz nur aus geätzten Leiterholmen besteht, mußte ich 0,3mm Federbronzedraht in die vorgätzten Löcher einlöten, nach dem diese noch mal aufgebohrt werden mußten. 

Jetzt fehlen nur noch die Lampe auf dem Dach und die Rückleuchte.

Also ab in die Spritzkabine und sehen, wo noch nachgearbeitet werden muß:

17.04.16

 

Und nach einer recht komplizierten Verdrahtung unter dem Dach konnten heute die beiden fehlenden Leuchten installiert werden. Kompliziert deshalb, weil ich mit dem Lötkolben nur ganz schlecht an die vorgesehenen Lötstellen kam. Aber nun funzelt es:

19.04.16

 

Die weitere Farbgebung des Busses ist vor allem geprägt von den Trockenzeiten und viel Geduld, Genauigkeit und Zeit beim Abkleben. Die Trockenzeiten halten sich allerdings bei den Weinert-Farben in Grenzen. Nach einer Stunde kann man das Modell bereits anfassen und, was ganz wichtig ist, die Abklebungen wieder entfernen, bevor die Farbe ganz ausgetrocknet ist. Damit entgeht man der Gefahr, daß beim Entfernen des Abklebebandes die neu gespritzte Farbe einreißt. Meine No-Name-Airbrushpistole bewährt sich nun schon seit ein paar Jahren ohne Qualitätseinbußen, allerdings ist ein bestimmtes Maß an Pflege und Reinigung notwendig. Aber das betrifft sicher alle Qualitätsstufen.

Ein ständig wiederkehrendes Problem ist die richtige Konsistenz der Farbe.  Etwas Probespritzen vor dem eigentlichen Farbauftrag ist Pflicht, wenn man nicht Gefahr laufen will, das Modell zu versauen. Es stellt sich mit der Zeit zwar etwas Erfahrung bei der Verdünnung der Farben ein, trotzdem unternehme ich keinen Farbauftrag, ohne vorher zu proben.

Schon Art und Anzahl der Pigmente in den einzelnen Farbtönungen macht eine unterschiedliche Konsistenz der Farbmischung notwendig.

Nun hat der Bus nach dem Hellelfenbein - RAL 1015 - die zweite Farbe bekommen. Es handelt sich um eine Mischung aus den RAL-Farben 6020, 1015, 1002 und 9010.

Herausgekommen ist ein Farbton, der zwischen RAL 6019 (weißgrün) und RAL 6021(blaßgrün) liegt.

Das nebenstehende Foto gibt den Farbton recht genau wieder. Das ändert sich allerdings bei jedem Foto entsprechend den jeweiligen Lichtverhältnissen und natürlich je nach Einstellung des Monitors beim Betrachter.

Ich bin mit dem Farbton und der Qualität der Farboberfläche (seidenmatt) zufrieden und freue mich, daß nach den vielen Pannen mal wieder etwas auf Anhieb geklappt hat.

Vor dem Aufbringen der Beschriftung wird der Bus noch mit farblosen Glanzlack behandelt, um die Decalränder verschwinden zu lassen. Bis dahin ist aber noch viel Zeit.

20.04.16

Jeden Tag einen kleinen Schritt, da die Trocknungszeiten doch erheblich ins Zeitmanagement eingreifen. Nach einer endlosen Abkleberei kamen heute die Trittstufen unter die Airbrush und der Dachgepäckträger erhielt seinen Holzfußboden aus Furnier.

Wenn morgen alles schön trocken ist, dann geht es mit der Motorhaube und der Leiter an der Rückwand weiter.

Beide werden nach Vorbild schwarz lackiert.

Mit dem nebenstehenden Foto habe ich mal Licht von unten ausprobiert. Das funktioniert ganz gut. Besonders bei schwarzen Fahrgestellen kann man endlich Konturen erkennen. Ich muß das aber noch perfektionieren, um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen.