DIE NACHTRÄGLICHE BELEUCHTUNG VON MESSING - FEINGUSSLATERNEN DER DR/DB

 

Über die Funktionalisierung und die Montage dieser Laternen in der Baugröße H0 - 1:87 gibt es schon eine Reihe von Erfahrungsberichten in den einschlägigen Foren. Modelle von Loklaternen sind inzwischen in vielen Variationen im Handel, vom Dummy bis zur fertigen Laterne mit schon eingebauter Birne/SMD, vom plumpen Plastemodell  bis zur Feinguss- Loklaterne. 

Ich möchte auf dieser Seite zeigen, wie ich Laternen der Fa. Weinert mit Hilfe von SMD zum Leuchten gebracht habe. Weinert liefert auch einen Beleuchtungssatz mit Mini-Glübirnen dazu, die aber nach meinem Dafürhalten zu groß für die Laternen sind und außerdem eine geringere Lebenserwartung besitzen wie SMD.

Ich habe solche Loklaternen für andere Fahrzeuge auch schon selbst gebaut und beleuchtet. Feststellen mußte ich, daß man dabei viel falsch machen kann.

Deshalb könnte meine hier gezeigte Vorgehensweise anderen Modellbauern als Grundlage oder Anleitung für eigene Kreationen dienen. Dann hätte sich der Zweck dieses Tutorials erfüllt.

 

Weinert liefert die Loklaternen am Gußbaum. Das erleichtert das Handling beim notwendigen Aufbohren, das dazu dient, die zu dicke hintere Wand der Laterne dünner zu machen, also eine größere Tiefe zu erreichen.

Eingesetzt habe ich dazu einen 2,2 mm Bohrer, mit dem ich die hintere Wand bis auf 5 Zehntel in der Dicke reduziert habe. Diese Bohrung hat es aber in sich. Durch die gegossene Nachbildung eines Leuchtmittels in der Laterne (Birne mit Fassung) verhakt sich der Bohrer sehr schnell, wenn man nicht mit gaaanz langsamen Vorschub bohrt. Sollte sich der Bohrer trotzdem verhaken weil man die Laterne ja nicht allzu fest einspannen kann, ist die Laterne meist so gut wie hin.

Um das zu verhindern, kann man vorher mit dem Bohrzwerg und einem Mini-Schleifkörper diese Leuchtmittel-nachbildung entfernen. Vorsicht, damit die Wand der Laterne dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Gelingt die anschließende Bohrung, ist für die SMD genügend Platz im hinteren Teil der Laterne geschaffen.

Das Loch für die Kupferlackdrähte wird mit einem 0,3 mm Bohrer von hinten schräg in den Innenraum der Laterne gebohrt. Ich habe diese Arbeit an der Ständerbohrmaschine "frei Schnauze" ausgeführt. Dafür sollte man aber beim Umgang mit 0,3er Bohrern schon über etwas Erfahrung verfügen.

Nicht vergessen, abschließend alles gründlich entgraten, um beim Einbau der bedrahteten 0402er SMD  (LED-Baron) den Lack an den Drähten nicht zu beschädigen.

Als zweiten Schritt habe ich die Laternen mit weißer Emaillefarbe ausgelegt. Diese Farbe erhält man im Baumarkt, wo sie zur Reparatur von weißen Emaillewasch-becken oder Wannen angeboten wird. Sie eignet sich aber auch hervorragend für unseren Zweck und schafft einen realisti-schen Eindruck am fertigen Lokmodell.


Anschließend habe ich die überschüssige Farbe entfernt, in dem die Laternen vom Gußbaum getrennt und in den Bohrzwerg eingespannt wurden. Dort habe ich bei laufendem Bohrzwerg ein Stück feines Schleifleinen vorsichtig an den vorderen Rand der Laterne gehalten und

das Messing wieder hervorgeholt. Der äußere Rest wurde mit einem kleinen spitzen Schraubendreher entfernt. Im rechten Bild ist das Ergebnis dieser Arbeit zu sehen.

Nach dem Ausspannen sind die mit weißem Emaillelack zugelaufenen Löcher für die Kupferlackdrähte an der hinteren Wand mit einem 0,3er Bohrer wieder geöffnet worden.  Das sah dann so aus:

Jetzt klebte ich die Laternen auf ein altes VHS-Laufwerk, dessen Achsende mit einem Stück doppelseitigem Klebeband versehen war. Beabsich-tigt war, den Rand der La-terne zu schwärzen und eine saubere Kante zum  


Weiß im Laterneninneren zu erzeugen. Dazu gab ich dem ehemaligen VHS-Spannrad einen Schwung und hielt den Pinsel an die Kante der Laterne. Mit einer Lupenbrille konnte ich sehr schön kontrollieren, wann die vordere Kante der Laterne gleichmäßig lackiert war.

Noch ein Wort zur verwendeten Farbe:

Aus dem Bau verschiedener Modelle lernte ich, daß sich die aufgebrachte Farbe an der Laternenvorderkante im Verlauf des weiteren Baus des Modells sehr schnell verabschiedete und dann das blanke Messing zum Vorschein kam. Egal, was ich nahm - schwarzer EDDING, Brünierung, Lackfarbe, - alles hielt nicht auf Dauer. Eine vorhergehende Grundierung kam auch nicht in Frage, weil sie die Feinheiten des Messinggusses schnell überdeckt.

Eines Tages kam mir die rettende Idee. Ich mischte eine Portion Epoxydharz an und gab verdünnte schwarze Acryllackfarbe dazu. Mit diesem Gemisch strich ich dann nur die Laternenvorderkante. Die Wartezeit verlängerte sich, aber das Ergebnis: Absolut kratz- und griffest.

Der Rest der Laterne bekommt erst bei der Lackierung der Lok das schwarze Farbkleid. Vorher klebe ich noch ein Stück TESA auf die Vorderseite der Laterne und brauch nun auch keine Angst mehr zu haben, daß sich beim Abziehen des TESA-Stückchens nach dem Lackieren der Lok die Farbe mit ablöst.

 

17.1.18

 

Nun wurden die bedrahteten SMD in die hinteren Löcher der Laternen eingefädelt. Für diese Arbeit habe ich wohl die längste Zeit gebraucht. Kurz bevor die SMD in der Laterne verschwanden, habe ich an der Rückseite der SMD einen kleinen Klecks Cyanacrylat-kleber aufgetragen, die SMD mit einer sehr spitzen Pinzette gefasst und in der Laterne an ihren Platz gedrückt. Nach wenigen Sekunden war die SMD verklebt.

Die so behandelten Laternen fanden ihren Platz auf einem Stück doppelseitigen Klebeband,  um sie mit Zweikomponentenkleber (EPOXY) zu füllen.

Während dieser Arbeiten waren die SMD ständig angeschlossen und hätten sofort angezeigt, wenn ein "Kurzer" aufgetreten wäre. Nun konnte ich den EXPOSY-Kleber anrühren und mit Hilfe eines Zahnstochers in die Laternen tropfen lassen.

Bei diesem Zweikomponentenkleber muß man darauf achten, daß beim Mischen von Harz und Härter keine Luftbläschen entstehen.

Das erreicht man mit einem vorsichtigen, langsamen Mischvorgang unter ständiger Kontrolle der vermischten Menge. Beachtet man das nicht, bringt man die Luftbläschen mit in die Laternen und dort sind sie bei angeschalteter SMD überdeutlich zu sehen.

Auf deutsch: Die Laternen sind unwiederbringlich versaut und können nur durch erneutes Ausbohren wieder gebrauchsfertig gemacht werden.

Mit anderen Harz-Produkten (Modellwasser für Flüsse, Bäche etc.) habe ich keine Erfahrung.

Und jetzt ist es passiert. Die Laternen sind bis zum Rand verfüllt. Das Harz ist inzwischen ausgehärtet.

In diesem Zustand werden die Laternen am Modell montiert. Die Helligkeit entspricht genau meinen vorgegebenen Kriterien. Im rechten Bild erhalten sie die vollen 12 Volt, die sie auch später beim fahrenden Modell erhalten.

Vorwiderstände verwende ich mit den Werten 1 Watt,

33 Kilo-Ohm. Alles, was darunter liegt, ist mir zu hell und erzeugt auch auf der Anlage den Eindruck von Scheinwerfern, die es ja definitiv im Betrieb an solchen Schmalspurloks nie gegeben hat.

Im digitalen Betrieb vereinfacht sich diese Regelung durch die Steuerungsmöglichkeit über den Decoder.